Deutscher Filmball: Filmwirtschaft stellt politische Agenda für 2014 vor

München, 19. Januar 2014

Festliche Gala am 18. Januar mit rund 1.000 Gästen aus Film, Politik und Wirtschaft / SPIO blickt auf politische Herausforderungen / Im Fokus: Urheberrecht, Filmförderung, TV-Veranstalter und Freihandelsabkommen TTIP

Den deutschen Film schützen, stärken und zukunftssicher machen, das sind die Ziele der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO). Im Jahr 2014 stehen insbesondere die Weiterentwicklung des Urheberrechts, der Erhalt der Filmförderung, der Dialog mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die Verhandlungen zum europäisch-amerikanischen Freihandelsabkommen TTIP im Fokus der Dachorganisation. Diese politischen Schwerpunkte hob Manuela Stehr, Präsidentin der SPIO, gestern Abend zur Eröffnung des Deutschen Filmballs im Bayerischen Hof in München hervor. Dort feierten rund 1.000 Persönlichkeiten aus Film, Politik und Wirtschaft auf der festlichen Gala, veranstaltet von der SPIO, den Auftakt in das Filmjahr 2014.

„Dieses Jahr wird für die deutsche Filmwirtschaft ein ganz entscheidendes. Ob vor dem Bundesverfassungsgericht, in der Bundespolitik oder in Brüssel, wir erwarten eine Fülle von bedeutenden Urteilen und Entschlüssen. Deshalb begrüßen wir es sehr, dass mit Prof. Monika Grütters eine erfahrene Kulturpolitikerin dem Staatsministerium für Kultur und Medien vorsteht, um sich für die Belange der Kultur- und Kreativwirtschaft einzusetzen", so Stehr.

Zunächst wird die Urteilsverkündung des Bundesverfassungsgerichts zum Filmförderungsgesetz am 28. Januar von der gesamten Branche mit großer Spannung erwartet. „Auf dem Spiel steht nicht weniger als die Zukunft der Filmförderung und damit die Filmfinanzierung in Deutschland“, kommentiert Stehr. Die Entsendung des ehemaligen Kulturstaatsminister Bernd Neumann in den Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt (FFA) ist ein richtungsweisendes Zeichen. "Ich möchte Bernd Neumann ausdrücklich danken, dass er sein Engagement für den deutschen Film auch nach seinen erfolgreichen Amtsjahren als Kulturstaatsminister fortführen wird", betont Stehr.

Bundesregierung und Bundestag sind in dieser Legislaturperiode gefordert, rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die den digitalen Vertriebsstrukturen und der geänderten Mediennutzung Rechnung tragen. „Wesentlich ist für uns dabei der Erhalt unseres starken Urheberrechts. Das Recht ist gut und es ist flexibel. Jetzt brauchen wir Regeln, die den Schutz der Urheber, Produzenten und Filmschaffenden auch im digitalen Raum gewährleisten“, so Stehr weiter. Mit Blick nach Brüssel werde sich die SPIO weiter dafür einsetzen, dass der deutsche und europäische Film im Rahmen der europäischen Politik und in den laufenden Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen als schützenswertes Kulturgut besonders berücksichtigt wird.

Ein vierter Punkt auf der politischen Agenda der SPIO ist, den Dialog insbesondere mit den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten über ihre Rolle für den deutschen Film zu intensivieren. „Wir fordern die Sender auf, sich mit guten Programmplätzen und fairen Lizenzvereinbarungen wieder deutlich zum deutschen Kinofilm zu bekennen. Ausufernde Mediatheken gefährden die Video- und VoD-Auswertung und damit die Finanzierung deutscher Filme. Das darf nicht geschehen“, sagt Stehr.

Die 1950 in Wiesbaden gegründete Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) repräsentiert 17 Berufsverbände der deutschen Film-, Fernsehund Videowirtschaft mit über 1.100 Mitgliedsfirmen. Der Deutsche Filmball ist für die Filmbranche der erste glamouröse Termin im Kalender. Jedes Jahr feiern im Bayerischen Hof über 1.000 Persönlichkeiten aus Film, Medien, Politik und Gesellschaft bis in die frühen Morgenstunden.

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