Bundeshaushalt 2014: Senkung des Deutschen Filmförderfonds ist kulturell und wirtschaftlich unverantwortlich

Regierungsentwurf sieht Kürzung des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) vor / SPIO fordert Erhalt des Förderniveaus von 2013


Berlin, 10.04.2014

„Der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) ist ein Erfolgsmodell für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Deutschen Films und darf nicht durch kurzfristige Haushaltsziele beschädigt werden. Die Senkung des Förderniveaus wäre kulturell und wirtschaftlich unverantwortlich“. So kommentiert Manuela Stehr, Präsidentin der Spitzenorganisation der Deutschen Filmwirtschaft (SPIO), die im aktuellen Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2014 vorgesehene Kürzung des DFFF um 10 Millionen Euro. Das Förderinstrument, dessen Wirksamkeit die Koalitionspartner der Bundesregierung im Koalitionsvertrag ausdrücklich betont hatten, soll dem aktuellen Regierungsentwurf zufolge im Haushaltsjahr 2014 nur mehr 60 Millionen Euro Fördermittel für die deutsche Filmwirtschaft zur Verfügung stellen, 2013 waren es noch 70 Millionen Euro.

„Die Herabsetzung des Förderniveaus des DFFF ist für uns nicht nachvollziehbar. Für Wirtschaft und Politik liegt auf der Hand, welche enormen Anreize er zur Investition in den Deutschen Film setzt. Deshalb hat sich die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters öffentlich immer wieder für die hohe Ausstattung des DFFF aus dem vergangenen Jahr ausgesprochen, und deshalb haben die Koalitionspartner der Bundesregierung im Koalitionsvertrag vereinbart, den Erfolgskurs fortzusetzen“, sagt Stehr. Erfolgreich könne das Förderinstrument nur bleiben, wenn es weiterhin maßgebliche Anreize zu Investitionen bietet. Dazu bedürfe es einer lohnenden Ausstattung.

Dies sei auch vor dem Hintergrund internationaler Projekte wesentlich, denn die Senkung der Fördermittel setze ein falsches Signal für ausländische Produktionspartner. „In Übereinstimmung mit dem politischen Kurs der Bundesregierung intensivieren wir seit Jahren die internationale Zusammenarbeit und den Wirtschaftsaustausch im Filmgeschäft“, so Stehr. So hat sich etwa die Anzahl der deutschen Koproduktionen in den vergangen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche internationale Projekte sei die Verlässlichkeit auf den jeweiligen Partner. „Wir können auf diesem Niveau der internationalen Zusammenarbeit nicht plötzlich unser Angebot vom Tisch nehmen. Das schädigt das Ansehen der gesamten deutschen Filmwirtschaft“, kommentiert Stehr.

Die Senkung des Förderniveaus des DFFF bedrohe zudem das Gleichgewicht im dualen deutschen Filmfördersystem. Der Filmförderung des Bundes durch den DFFF und die Filmförderungsanstalt (FFA) stehen Filmförderinstrumente der Länder zur Seite. Durch dieses System, das erst im Januar 2014 durch das Bundesverfassungsgericht eindeutig gestützt und gewürdigt wurde, werden Investitionen in Kultur zugleich zu Investitionen in den Wirtschaftskreislauf Film. „Wir bitten die Abgeordneten des Deutschen Bundestags deshalb eindringlich, sich in der Haushaltsdebatte für den Erhalt des DFFF auf dem Niveau von 2013 stark zu machen“, so Stehr.

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) vertritt die Interessen der deutschen Film-, Fernseh- und Videowirtschaft in den Sparten Filmproduktion, Filmverleih, Filmtheater, Audiovisuelle Medien und Fernsehen. Als Dachverband von derzeit 17 Berufsverbänden repräsentiert sie mehr als 1.100 Mitgliedsfirmen. Ziel der SPIO ist es, den deutschen Film in seiner Vielfalt, Qualität und internationalen Wahrnehmung zu stärken und seine Wettbewerbsfähigkeit als Wirtschafts- und Kulturgut zu sichern.

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Horst Martin
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