Qualität im deutschen Film braucht Finanzierungschancen

Berlin, 09.05.2014

„Maskenbild, Szenenbild, Regie, Schnitt, Drehbuch und Schauspiel: In diesen und zehn weiteren Kategorien werden heute die Gewinner des Deutschen Filmpreises 2014 gekürt. Ein guter Zeitpunkt, um zu erinnern, was diese preiswürdigen Leistungen möglich macht“, sagt Manuela Stehr, Präsidentin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft. „Es sind Talent und ein unbedingter Glaube an das eigene Projekt. Es ist aber auch die Aussicht darauf, mit der Arbeit am eigenen Film den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Qualität im deutschen Film braucht reelle Finanzierungschancen.“ Der Deutsche Filmpreis, die LOLA, wird heute in Berlin in insgesamt 16 Kategorien von den Mitgliedern der Deutschen Filmakademie gewählt. Es ist der höchstdotierte Kulturpreis in Deutschland, die Preisgelder werden von Staatsministerin Monika Grütters vergeben.

„Die Finanzierung deutscher Kinofilme steht heute unter starkem Druck“, so Stehr. Zum einen sei durch die geplante Kürzung des Deutschen Filmförderungsfonds DFFF die Verlässlichkeit des Finanzierungsbausteins Filmförderung in Gefahr. Zum anderen geraten die Perspektiven der Filmauswertung, die Grundlage für die Investitionsbereitschaft der Filmunternehmen sind, zunehmend in eine Schieflage. „Neue Rechteansprüche der öffentlich-rechtlichen Sender und ihre gleichzeitige Abkehr von Investitionen in den deutschen Film limitieren dessen Herstellungsmöglichkeiten. Dabei ist der deutsche Film kein Nischenprodukt. Er ist ein wichtiger Faktor unserer Kreativwirtschaft und identitätsbildend für unsere gesamte Gesellschaft“, sagt Stehr. „Wenn er weiterhin kulturelle Vielfalt bieten, Arbeitsplätze sichern und private Investitionen ermöglichen soll, müssen Politik und Rundfunkanstalten unterstützen und nicht verhindern.“

Dies gelte auch im internationalen Kontext. „Die hohe Achtung kultureller Vielfalt und die Aussicht auf Wohlstand durch Wachstum im Mittelstand sind Grundpfeiler der europäischen Idee. Kein Freihandelsabkommen darf den kleinen und mittelständischen Unternehmen der europäischen Filmwirtschaften deshalb die Voraussetzungen nehmen, Filme herstellen zu können. Wir freuen uns darüber, dass Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in seinem Gespräch mit EU-Handelskommissar Karel de Gucht und US Trade Representative Michael Froman am vergangenen Montag die Notwendigkeit zum Schutz kultureller Güter so klar herausgestellt hat“, so Stehr. “Und wir begrüßen sein unmissverständliches Bekenntnis zum Schutz kreativen Leistungen, der erforderlich ist, um von den künstlerischen und kulturellen Leistungen leben und in sie investieren zu können.“

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) vertritt die Interessen der deutschen Film-, Fernseh- und Videowirtschaft in den Sparten Filmproduktion, Filmverleih, Filmtheater, Audiovisuelle Medien und Fernsehen. Als Dachverband von derzeit 17 Berufsverbänden repräsentiert sie mehr als 1.100 Mitgliedsfirmen. Ziel der SPIO ist es, den deutschen Film in seiner Vielfalt, Qualität und internationalen Wahrnehmung zu stärken und seine Wettbewerbsfähigkeit als Wirtschafts- und Kulturgut zu sichern.

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