SPIO-Präsident Alfred Holighaus steht für eine dritte Amtszeit nicht zur Verfügung

Berlin/Wiesbaden, 23.01.2019

Alfred Holighaus, seit Frühjahr 2015 Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO), hat auf der Präsidiumssitzung Ende letzten Jahres angekündigt, nicht mehr für das Amt des SPIO-Präsidenten zu kandidieren. Er betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, dass der Dachverband der Filmwirtschaft bei den anstehenden Herausforderungen wieder einen aktiven Vertreter oder eine Vertreterin aus dem Mittelstand benötigt.

„Angesichts der konkreten wirtschaftlichen Herausforderungen (neue Finanzierungs- und Geschäftsmodelle etc.) braucht der Dachverband der Filmwirtschaft jetzt eine Persönlichkeit mit genuin unternehmerischer Energie“, so Holighaus wörtlich. In diesem Zusammenhang schlug er vor, die von ihm hauptamtlich besetzte Postition des Präsidenten wieder in ein Ehrenamt zu wandeln. Das Präsidium ist diesem Vorschlag gefolgt. Er selber wisse, dass er wichtige an seine Wahl geknüpfte Erwartungen habe erfüllen können. Er wolle sich aber zukünftig wieder stärker im kreativen und kuratorischen Bereich engagieren, ohne auf den spannenden und notwendigen Dialog mit Vertreter*innen der Politik komplett verzichten zu müssen.

Folglich tritt der amtierende Präsident Holighaus nicht mehr an, wenn am 28. März diesen Jahres das neue Präsidium der SPIO gewählt wird.

Das SPIO-Präsidium zog in dieser Sitzung eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit des Präsidenten und seines kleinen, kompetenten und effektiven Teams im Hauptstadtbüro der SPIO. Die Idee, mit dem Autor, Kurator und vormaligen Co-Geschäftsführer der Deutschen Filmakademie Alfred Holighaus einen ausgewiesenen und cinephilen Netzwerker und Kommunikator zum Präsidenten zu wählen, habe sich als richtig erwiesen und ausgezahlt. Er habe mit seinem Team besonders der politischen Arbeit der SPIO Stimme und Gesicht verliehen. Die SPIO habe sich als verlässlicher Ansprech- und Gesprächspartner für die Politik in Deutschland und verstärkt auch Europa weiter etabliert und sei in den wesentlichen Debatten – besonders zu Urheberrechtsthemen – deutlich zu vernehmen gewesen und sehr beachtet worden. Mit Heiko Wiese, Julia Piaseczny und (bis zum Jahresende) Carolin Lindenmaier zusammen habe Holighaus für mehr Austausch und Zusammenarbeit in der Filmbranche gesorgt und über die einzelnen Verbandsthemen hinaus erfolgreich die Gemeinsamkeit der Interessen und Herausforderungen von Verwertern und Kreativen im Kampf um die politischen Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt gestellt. Dieses Element werde nun auch nach seiner Amtszeit zur DNA der SPIO-Arbeit gehören.

„Das Plädoyer des Präsidenten für eine pragmatische Weiterentwicklung des Verbandes hat das Präsidium mit Respekt und großer Zustimmung zur Kenntnis genommen. Intern wird daran selbstverständlich schon gearbeitet“, so der SPIO-Vizepräsident und HDF-Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Negele.

In den zurück liegenden Amtszeiten des Präsidenten hat der von SPIO-Geschäftsführer Helmut Poßmann souverän organisierte Deutsche Filmball in München nach Einschätzung der Branche an Unterhaltungswert gewonnen. In diese Zeit fällt auch die Fortentwicklung der Initiative einer grundlegenden Modernisierung des Jugendschutzes durch die FSK-Chefs Christiane von Wahlert und Helmut Poßmann in Richtung Selbstklassifizierung, Eltern- und Anbieterverantwortung.

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) vertritt die Interessen der deutschen Film- und Videowirtschaft in den Sparten Filmproduktion, Filmverleih, Filmtheater und Audiovisuelle Medien. Als Dachverband von 20 Berufsverbänden repräsentiert sie mehr als 1.100 Mitgliedsfirmen. Ziel der SPIO ist es, den deutschen Film in seiner Vielfalt, Qualität und internationalen Wahrnehmung zu stärken und seine Wettbewerbsfähigkeit als Wirtschafts- und Kulturgut zu sichern.



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